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Erinnerungstag im deutschen Fußball 2015

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Berlin - "!Nie wieder" Einmischen statt wegsehen – und niemals vergessen! Millionen Menschen wurden zwischen 1933 und 1945 von den Nationalsozialisten ausgegrenzt, gequält, ermordet - wegen ihrer Herkunft, ihres Glaubens, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer politischen Überzeugung oder weil sie den Kriegsdienst mit der Waffe verweigerten. Auch der Fußball hatte an diesem beispiellosen Verbrechen seinen Anteil. Vereine haben Mitglieder aus ihren Reihen ausgestoßen. Sie hatten keine Rechte mehr. Ihre Würde wurde mit Füßen getreten. Julius Hirsch, einer von nur zwei deutschen Nationalspielern jüdischer Herkunft wurde in Auschwitz ermordet. Heinrich Czerkus, Vereinswart von Borussia Dortmund, Kommunist und Widerstandskämpfer, wurde von der Gestapo ermordet. Kurt Landauer, jüdischer Präsident des FC Bayern, konnte sich mit Hilfe von Freunden in die Schweiz retten.

Studien und vor allem die aktuellen politischen Entwicklungen zeigen, dass menschenfeindliche Einstellungen weiterhin in der Gesellschaft verankert sind: Rassismus, Antisemitismus und Homophobie. Auch im Fußball werden Fußballfans, die sich selbstbewusst Rechtsextremismus stellen und Zivilcourage beweisen, vereinzelt immer wieder von Neonazis und Hooligans bedroht und angegriffen. Alle aus der Fußballfamilie sind dazu aufgerufen, zu unterstützen und, wenn es gefordert ist, Zivilcourage selbst zu leben. Die überlebenden Häftlinge des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau haben nach ihrer Befreiung ihr Vermächtnis an die Nachgeborenen in zwei Worte gefasst: "!Nie wieder"

Intergrationsspieltag


Immer stärker fließt dieser Aufruf zum Handeln in die Fan- und Vereinskultur ein. Der "Erinnerungstag im deutschen Fußball", an dem sich auch Hertha BSC jedes Jahr beteiligt, unterstützt und fördert dieses Engagement. So hat der Hauptstadtklub unter anderem für seinen ehemaligen jüdischen Mannschaftsarzt Hermann Horwitz einen Stolperstein verlegt. Im Sommer wird es außerdem erneut eine Fahrt von Fans gemeinsam mit Verantwortlichen des Vereins nach Auschwitz geben. Im Zuge dessen wurde Hertha BSC zur offiziellen Gedenkstunde anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung Auschwitz` in der Berliner Urania eingeladen, an der auch Kanzlerin Angela Merkel teilnahm. Donato Melillo, Abteilungsleiter der Fanbetreuung bei Hertha BSC, zeigte sich sichtlich bewegt: "Die Schilderungen der Zeitzeugen sind in ihrer Intensität und Grausamkeit kaum zu ertragen und zu begreifen. Wir dürfen nicht vergessen! Dafür setzen wir uns ein!" An den folgenden Spieltagen und auch bei dem von der Bundesliga Stiftung initiierten Integrationsspieltag 2015 im März erinnern zahlreiche kluge und kreative Aktionen an die Ausgestoßenen und Vergessenen. So wird ihnen ihr Platz in der Fußballfamilie zurückgegeben. Am 27. Januar 1945 wurde Auschwitz befreit. Hertha BSC verankert den vom ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog formulierten Leitgedanken "Ohne Erinnerung gibt es weder Überwindung des Bösen noch Lehren für die Zukunft." fest in seinem Selbstverständnis.

Der Beitrag des Fußballs auf "seinem Spielfeld" und darüber hinaus ist das Entwickeln und Umsetzen einer lebendigen Erinnerungskultur zum "Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus". Lasst uns die kulturelle Vielfalt unserer Fußballfamilie als ein großes Geschenk begreifen. Sie gegen Rassismus, gegen Antisemitismus, gegen Diskriminierung jeglicher Art zu verteidigen, das heißt 2015 und immer! "!Nie wieder".