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Damals war's: Tabellenplatz gegen Bayer behauptet

Herthaner feierten in der Saison 2008/09 gegen die 'Werkself' den 10. Heimsieg in Serie.

Berlin - In der mehr als 120-jährigen Vereinsgeschichte erinnern sich die Herthaner an viele große Spiele. Auf Siege gegen Bayer Leverkusen geht der Blick zurück in die Spielzeit 2008/09. Beide Aufeinandertreffen in dieser Spielzeit entschieden die Blau-Weißen für sich, beide Male gewannen sie durch ein Tor von Andrej Voronin mit 1:0. Der bisher letzte Heimsieg gegen die 'Werkself' untermauerte die damals bemerkenswerte Tabellenposition...

Vorgeschichte: Als Tabellenführer empfingen die Blau-Weißen an diesem 24. Spieltag die 'Werkself' im Olympiastadion. Lucien Favre ließ die gleiche Elf auflaufen, die in der Vorwoche bei Energie Cottbus mit 3:1 erfolgreich war. Marko Pantelic saß erneut nur auf der Bank. Sein Landsmann Gojko Kacar kam nach dreimonatiger Verletzungspause zu einem Kurzeinsatz. Gästetrainer Bruno Labbadia musste seine Mannschaft nur auf einer Position verändern. Pirmin Schwegler ersetzte im Vergleich zum 1:1 in der Vorwoche gegen Bochum Arturo Vidal (Gehirnerschütterung).

Das Spiel in Bildern
Rubrik 04.12.2015
Hertha BSC - Bayer Leverkusen

Spielverlauf: Bayer Leverkusen begann zunächst druckvoller. Bis auf einen Distanzschuss von Simon Rolfes aus 20 Metern, der Jaroslav Drobny vor keine Probleme stellte (9.), sprang gegen die gewohnt sicher stehende Hertha-Abwehr nichts heraus. Die Hausherren benötigten 25 Minuten für ihre erste gute Gelegenheit. Andrej Voronin suchte den heranstürmenden Raffael, doch Henrique klärtze im letzten Moment. Deutlich gefährlicher wurde es zwei Minuten später, als Rodnei nach einem Voronin-Freistoß den rechten Pfosten per Kopf nur knapp verfehlte. Das Spiel blieb in der Folge ereignisarm. Nennenswert waren nur Stefan Kießlings in Abseitsposition erzieltes Tor (30.) und desssen nur knapp am Pfosten vorbei gesetzter Kopfball in der 37. Minute.

Die zweite Hälfte der Partie begangen beide Mannschaften zumindest personell unverändert. Trainer Favre schien in der Kabine allerdings die richtigen Worte gefunden zu haben, denn seine Elf begann die zweite Halbzeit äußerst druckvoll. Schon nach zwei Minuten hatte Raffael nach Vorlage von Pál Dárdai die Riesengelegenheit, scheiterte mit seinem Schuss aus elf Metern allerdings an Gäste-Keeper René Adler. In der 50. Minute war es soweit: Voronin zog nach einem Doppelpass mit Maximilian Nicu aus Nahdistanz ab. Adler parierte zunächst glänzend, beim Abpraller gegen Voronins Brust war der damalige Nationaltorhüter aber chancenlos, 1:0! Im weiteren Verlauf standen die Herthaner sicher, ließen kaum zwingenden Aktionen der Werkself zu. Erst in der Schlussphase wurde es nochmal gefährlich. Kadlec per Freistoß (74.), Helmes mit einem Schuss aus fünf Metern ans Außennetz (82.) sowie ein direkter Freistoß von Kroos über das Gehäuse (86.) konnten den Herthaner den Heimsieg nicht mehr nehmen.

Historische Einordnung: Es war der zehnte Heimsieg in Serie für die Herthaner, durch den sie die Tabellenführung in der Bundesliga behaupteten. Vier Punkte betrug der Vorsprung auf den FC Bayern München, der zwei Wochen zuvor ebenfalls daheim besiegt worden war. Lange Zeit spielten die Herthaner oben mit, doch am Ende schlossen sie die Saison auf Tabellenplatz 4 ab. Meister wurde zum ersten Mal in der Bundesliga-Geschichte der VfL Wolfsburg.


Stimmen zum Spiel:

Favre: "Wir sind sehr, sehr zufrieden, dass wir heute gewonnen haben, denn Leverkusen ist eine der besten Mannschaften in Deutschland. Bayer hatte heute mehr Ballbesitz. In der ersten Halbzeit waren sie besser, haben schnell nach vorne gespielt. In der zweiten waren wir dann ein Stück besser und hatten mehr Offensivaktionen. Das 1:0 war aber ein wenig glücklich. Danach hatten wir zu viele Ballverluste, so dass es eine sehr, sehr enge Partie wurde. Wir müssen weiter realistisch bleiben und denken weiter von Spiel zu Spiel."

Labbadia: "Wir hatten uns vorgenommen, mit einer kompakten Abwehr keine Chancen zuzulassen. Das ist uns nicht gelungen. Wir haben uns nach dem 1:0 sehr, sehr schwer getan. Wir hatten zu viele Ballverluste, zu viele unsaubere Abspiele. Herthas Qualität ist die Ruhe. Die ganze Mannschaft arbeitet defensiv mit, das spricht für ihre Qualiät. Im körperlichen Bereich waren wir heute unterlegen."

Voronin: "Das war heute wieder ein geiles Gefühl von den Fans gefeiert zu werden. Uns wollen noch viele Gegner stoppen, aber das wird ihnen ganz sicher nicht gelingen. Bei meinem Tor hatte ich heute ein wenig Glück."

Simunic: "Es war heute sehr wichtig einen Sieg einzufahren. Wir haben eine überragende Mannschaft zu Hause geschlagen. Alle haben hart für diesen Erfolg gekämpft. Momentan macht es riesigen Spaß zu spielen. Wenn man daran glaubt, dann ist alles möglich."

Friedrich: "Das war heute ein hartes Stück Arbeit. Aber wir haben die Ruhe und Geduld behalten und haben gut gestanden. Man darf nicht vergessen, dass wir gegen einen ganz starken Sturm gespielt haben, aber die ganze Mannschaft hat nach hinten mitgearbeitet. Es war sehr wichtig, den vier-Punkte-Vorsprung zu halten."

Dárdai: "Das war heute mehr Kampf als guter Fußball. Zum Glück haben wir keine Fehler gemacht, sondern Herz und Laufbereitschaft gezeigt. Der Sieg heute war wichtig für den Kopf."

Helmes: "Man kennt das Spiel von Hertha BSC. Sie sind sehr effizient, stehen hinten gut und machen es dem Gegner sehr schwer. Hertha steht nicht zu Unrecht ganz oben!"


Das Spiel im Stenogramm:
Wettbewerb: 1. Bundesliga, Saison 2008/09, 24. Spieltag
Termin: 14. März 2009, Samstag, 15.30 Uhr
 
Aufstellungen:
Hertha BSC:
Jaroslav Drobny - Marc Stein, Arne Friedrich, Josip Simunic, Rodnei - Patrick Ebert (90. Marko Babic), Pál Dárdai (88. Gojko Kacar), Cicero, Maximilian Nicu - Raffael (76. Valeri Domovchiyski), Andrej Voronin

Bayer Leverkusen: René Adler - Gonzalo Castro (87. Richard Sukuta-Pasu), Lukas Sinkiewicz, Henrique, Michal Kadlec - Renato Augusto, Simon Rolfes, Pirim Schwegler (77. Toni Kroos), Tranquillo Barnetta (77. Sascha Dum) - Stefan Kießling, Patrick Helmes

Das Tor: 1:0 Voronin (50.)
Gelbe Karten: Ebert, Dárdai - Barnetta

Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)
Spielort: Olympiastadion, Berlin
Zuschauer: 58.753

(war/City-Press)