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Damals war's: Premierensieg und Klassenerhalt!

In der Saison 1997/1998 feierten die Herthaner ihren ersten Bundesligasieg in Leverkusen – der Auswärtsdreier bedeutete gleichzeitig den endgültigen Klassenerhalt.

Berlin – In über 120 Jahren Vereinsgeschichte erinnern sich Herthaner an eine Reihe von bemerkenswerten Spielen. Premierensiege und geglückte Klassenerhalte nehmen dabei selbstverständlich eine besondere Rolle ein. Beides zugleich gelang den Blau-Weißen am vorletzten Spieltag der Saison 1997/1998, als ein Treffer von Kjetil Rekdal den ersten Bundesliga-Sieg in Leverkusen sowie den endgültigen Klassenerhalt für den Aufsteiger aus der Hauptstadt sicherte.

Vorgeschichte: Die Spielzeit 1997/1998 hielt für Hertha BSC das komplette Paket an Emotionen bereit. Als Aufsteiger euphorisch gestartet, fielen die Berliner in der Tabelle zunächst zurück und lagen nach elf Spieltagen auf dem letzten Tabellenplatz. Doch dann steigerte sich die Mannschaft von Trainer Jürgen Röber und gewann sechs der nächsten sieben Bundesliga-Spiele. So arbeiteten die Berliner sich ins gesicherte Mittelfeld der Tabelle vor. Auf der Zielgeraden der Saison benötigte der Hauptstadtclub nach vier sieglosen Partien zuvor noch einen Erfolg, um den Klassenerhalt auch rechnerisch endgültig klarzumachen. Beim Drittplatzierten in Leverkusen sollte dieser gelingen.

Ablauf: Leverkusen übernahm im ausverkauften Ulrich-Haberland-Stadion zwar zu Beginn die Initiative, ließ aber trotz optischer Vorteile die letzte Durchschlagskraft in den Angriffen vermissen. Libero Kjetil Rekdal organisierte die Hertha-Defensive sehr gut, sodass sich die Blau-Weißen nur selten aus der Reserve locken ließen und viele Angriffsbemühungen der 'Werkself' bereits im Ansatz ausbremsten. Die Herthaner überzeugten zudem mit Zweikampfstärke und verhinderten immer wieder, dass die spielstarken Gastgeber hohes Tempo in ihre Aktionen bekamen.

So spielte sich das Geschehen am Rhein zumeist zwischen den Strafräumen ab. Offensiv lauerte die Röber-Elf auf Konterchancen und die Gelegenheit, die Offensivkräfte Bryan Roy, Andreas Thom und Sturmspitze Michael Preetz einzusetzen. In der 64. Spielminute schlugen die Blau-Weißen schließlich zu, als Preetz von Leverkusens Jens Nowotny nur per Foul gebremst werden konnte. Herthas Kapitän Rekdal übernahm die Verantwortung und verwandelte den Strafstoß zum umjubelten 1:0.

Es folgte ein wütendes Anrennen von Bayer 04, das im heimischen Haberland-Stadion zuvor 31 Spiele in Folge ungeschlagen geblieben war. Doch die Herthaner behielten die Nerven, verteidigten weiterhin diszipliniert und umsichtig und sicherten sich durch den Auswärtserfolg auch rechnerisch endgültig den Klassenerhalt.

Historische Einordnung: Der Erfolg in Leverkusen bedeutete nach einer spannenden und emotionalen Saison endgültig den Klassenerhalt für Hertha BSC. Der Hauptstadtclub hatte sich nach Jahren in der zweiten Liga wieder im Oberhaus des deutschen Fußballs festgebissen. Es war der Auftakt zu einer großen Zeit für Fußball-Berlin. In den folgenden Jahren spielte sich Hertha in die oberen Tabellenregionen und vertrat die Hauptstadt regelmäßig im Europapokal.

Das Spiel im Stenogramm:

Termin: Samstag, 02. Mai 1998, 15.30 Uhr
Wettbewerb: 1. Bundesliga, Saison 1997/1998, 33. Spieltag

Aufstellungen:
Bayer 04 Leverkusen:
Vollborn - Nowotny - Wörns - Happe – Heintze (64. Lottner) – Ledwon (64. Frydek), Ramelow, N. Kovac (77. Feldhoff) - Lehnhoff - Rink, Kirsten
Hertha BSC:
Kiraly - Rekdal - An. Schmidt, Herzog - Mandreko – Karl (79. O. Schmidt), Mazingu-Dinzey - Veit - Thom, Roy (86. Arnold) - Preetz

Tore: 0:1 Rekdal (64., Foulelfmeter)

Schiedsrichter: Hellmut Krug (Gelsenkirchen)
Spielort: Ulrich-Haberland-Stadion, Leverkusen
Zuschauer: 22.500

(kk/City-Press)