05.03.1939 Hertha BSC - Blau Weiß 90

Nationalsozialismus

1933 wurde Hertha noch einmal Berliner Meister, scheiterte aber bereits im Achtelfinale der Deutschen Meisterschaft an Hindenburg Allenstein (4:1). Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden die Strukturen im Fußball geändert. Herthas Leuchttürme hießen Wilhelm Wernicke und Hanne Sobek. Wernicke war bis 1933 Sozialdemokrat, Gewerkschafter und Herthas Vorsitzender. Er versuchte, „den Klub nach der linken Richtung zu bringen.“ Nach der Machtübernahme der Nazis überließ er den  Vorsitz seinem Stellvertreter, dem Nazi Hans Pfeiffer, der sich fortan Vereinsführer nannte.

Titelblatt der Vereinsnachrichten 30er Jahre

Im Stillen widersetzte sich Sobek der politischen Strömung, indem er als Mannschaftskapitän Schulungsabende der Nazis boykottierte und sich gegen die Ausgrenzung jüdischer Mitglieder stellte. Hertha BSC spielte nun in der Gauliga Berlin-Brandenburg und konnte sich dort 1935 als Sieger für die Meisterschaftsendrunde qualifizieren, die nun aber in Gruppen ausgetragen wurde. In der Vorrundengruppe I belegte Hertha schließlich hinter Polizei Chemnitz den zweiten Platz. 1937 wurden die Berliner in der Vorrundengruppe II hinter Schalke 04 und Werder Bremen Dritter. Mit Beginn des 2. Weltkrieges wurden alle Meisterschaftswettbewerbe abgesetzt. Bereits kurz darauf einigten sich die Berliner Vereine, trotz des Krieges den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten und einen Wettbewerb auszutragen, den sie „Danzig-Pokal“ nannten.

Werbung in den Vereinsnachrichten 1937

Kurze Zeit später starteten auch die anderen Verbände in Deutschland wieder ihren Spielbetrieb, so dass schließlich beschlossen wurde, eine offizielle Kriegsmeisterschaft auszutragen. Der Danzig-Pokal wurde nachträglich als Qualifikation für die Kriegsmeisterschaft umfunktioniert. Um eine Ungleichbehandlung der Vereine in der Auf- und Abstiegsregelung aufgrund der unterschiedlichen Einberufung von Spielern zur Wehrmacht zu verhindern, wurde festgelegt, dass nach Ende des Krieges die Ligen in der Zusammensetzung von vor Kriegsausbruch fortgesetzt würden - ohne Berücksichtigung der in der Zwischenzeit erfolgten Auf- und Abstiegsregelung. 1944 konnte Hertha eine Berliner Meisterschaft erringen, in der anschließenden Endrunde scheiterten die Berliner mit 2:3 an Heeres SV Groß Born in der Zwischenrunde.

(Quelle: Das Hertha Kompendium, ISBN 978-3-935759-14-4, Verlag Harald Voß und Die Hertha-Chronik, Band 1: Der B.F.C. Hertha 1892, ISBN 978-3-935759-12-0, Verlag Harald Voß)