Mehr als ein Stadion: "die Plumpe"

Der Weg zur Bundesliga

Nach Kriegsende wurden auf Anordnung der Alliierten alle Vereine verboten. Der Spielbetrieb wurde stattdessen in Sportgemeinschaften organisiert, die sich an der Lage der Sportplätze orientierten. So fanden sich die bisherigen Spieler von Hertha BSC gemeinsam mit denen des benachbarten Clubs NordenNordwest unter dem Namen SG Gesundbrunnen zusammen. Der erste Berliner Pokalwettbewerb 1945/46 wurde sogar von Bezirksauswahlmannschaften bestritten, ehe ab 1946/47 der Pokal des amerikanischen Drahtfunkes (später RIAS-Pokal) ins Leben gerufen wurde, an dem nun die Sportgemeinschaften teilnehmen durften. Die Einteilung nach geografischen statt spielerischen Gesichtspunkten führte zu absurden Resultaten, der  Wettbewerb wurde 1945 nach der Hinrunde abgebrochen, und man beschloss, die 36 besten der bisher 67 an den Rundenspielen teilnehmenden Spielgemeinschaften zum Januar 1946 in eine neue Spielklasse mit vier Staffeln einzuteilen, von denen sich je drei für die im Sommer 1946 neu gegründete Berliner Stadtliga qualifizierten. Die SG Gesundbrunnen verpasste diese Qualifikation deutlich und spielte in der Folge in der darunter angesiedelten 1. Ligaklasse. Während der Saison 48/49 erhielten dann die ersten Mannschaften ihre Vereinsnamen zurück, ab dem 1. August 1949 durfte auch die SG Gesundbrunnen wieder offiziell den Namen Hertha BSC tragen. In den Tageszeitungen wurde sie schon seit April so betitelt, nachdem sich die Mitglieder mit 113:7 Stimmen für den alten Namen Hertha BSC gegen Hertha NNW ausgesprochen hatten. Ab der Saison 1949/50 war Hertha wieder in der höchsten Berliner Spielklasse vertreten. Immer schwieriger wurde die politische Lage in der Viersektorenstadt Berlin. In der DDR wurde eine landesweite Liga ohne die Beteiligung Ost-Berlins eingerichtet, während es in der von West-Berliner Vereinen dominierten Berliner Liga Bestrebungen gab, ähnlich wie in den westdeutschen Oberligen, den Vertragsfußball einzuführen.

Der Weg zur Bundesliga - Saison 1962/1963

Schließlich verbot die DDR-Führung den beiden Ost-Berliner Vertretern Union Oberschöneweide und VfB Pankow die weitere Teilnahme an der Berliner Stadtliga und gliederte sie in die DDR-Oberliga ein. Anfang der Saison 1950/51 heuerten bei Hertha BSC einige namhafte Spieler aus Dresden an, nachdem ihr Verein in Folge des Skandalspiels um die erste DDR-Meisterschaft verboten worden war. Unter ihnen war auch der spätere Bundestrainer Helmut Schön. Nach einigen Meinungsverschiedenheiten trennte man sich kurze Zeit später aber wieder. 1952/53 folgte der Abstieg in die Amateurliga, der aber nur ein Jahr dauerte. Sofort schaffte Hertha den Wiederaufstieg in die höchste Berliner Spielklasse und nahm an den Endrundenspielen um die deutsche Amateurmeisterschaft teil, konnte sich in ihrer Gruppe mit 3 Siegen und 3 Niederlagen allerdings nicht für das Halbfinale qualifizieren. 1957/58 wurde Hertha wieder Berliner Meister. In der anschließenden Endrunde um die deutsche Meisterschaft setzte es dann aber eine denkwürdige Niederlage. 14:1 verlor Hertha im Wuppertaler Stadion am Zoo gegen den 1. FC Kaiserslautern. Auch die beiden anderen Spiele der Endrundengruppe gegen Kickers Offenbach und Borussia Dortmund gingen verloren, so dass Hertha die Gruppe nur als Letzter abschließen konnte. Wenig besser erging es dem Verein 1960/61, als der Verein erneut Berliner Meister wurde. Einem Auswärtssieg beim 1.FC Köln und einem Unentschieden beim 1.FC Nürnberg standen vier Niederlagen gegenüber, so dass Hertha abermals nur Letzter der diesmal mit Hin- und Rückspiel ausgetragenen Endrundengruppe wurde.Der nächste Berliner Meistertitel 1962/63 bedeutete gleichzeitig die Qualifikation zur neu eingeführten Bundesliga. In der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft reichte es aber erneut nur zu einem Sieg und einem Unentschieden – immerhin aber konnte Hertha den 1.FC Kaiserslautern in der Rangfolge nun hinter sich lassen und belegte Platz 3 der Endrundengruppe.

(Quelle: Das Hertha Kompendium, ISBN 978-3-935759-14-4, Verlag Harald Voß)