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Was macht eigentlich René Tretschok?

Herthas ehemalige Spieler und Trainer engagiert sich nun für Straßenfußball.

Berlin - René Tretschok prägte Hertha BSC lange Zeit. Erst als Spieler, später als Nachwuchstrainer. Von Herthas kommendem Gegner 1. FC Köln wechselte der gebürtige Wolfener zur Saison 1998/99 in die Hauptstadt und hatte in der Folge maßgeblichen Anteil daran, dass sich die Mannschaft von Trainer Jürgen Röber im zweiten Jahr nach dem Aufstieg in die 1. Bundesliga am Ende auf Platz 3 wiederfand. Über die Qualifikationsrunde gegen den zypriotischen Vertreter Anorthosis Famagusta  erreichten die Blau-Weißen erstmals in ihrer Vereinsgeschichte die UEFA Champions League.

Mit Hertha BSC in der Champions League: René Tretschok (li.) gegen den FC Chelsea.

Tretschok hatte in der Königklasse bereits ganz andere Erfahrungen gesammelt. Zwei Jahre vor seiner Rückkehr in die Hauptstadt - auf Leihbasis hatte der Mittelfeldspieler bereits beim Lokalrivalen Tennis Borussia gespielt - erreichte René Tretschok mit Borussia Dortmund das Champions League-Finale - durch einen 3:1-Erfolg wurde in München Juventus Turin besiegt und die Trophähe geholt. Auch mit den Herthanern war der Auftritt in Europas wichtigstem Vereinswettbewerb bemerkenswert: Tretschok und seine Mitstreiter setzten sich gegen den AC Mailand, den FC Chelsea und Galatasaray Istanbul durch und zog damit in die zweite Gruppenphase ein.

Erfolgreich als Spieler und Trainer


Über 100 Einsätze absolvierte René Tretschok für die Blau-Weißen. Im Sommer 2009 übernahm der der Inhaber der UEFA Trainer-A-Lizenz Herthas U19. In der Spielzeit 2011/12 erreichten die Herthaner unter Trainer René Tretschok die Endrunde um die deutsche A-Junioren Meisterschaft, schieden jedoch im Halbfinale gegen Bayern München aus. In der gleichen Saison schafften es Herthas A-Jugendliche ins Finale des DFB-Junioren-Vereinspokals, zogen jedoch gegen den SC Freiburg den kürzeren. Gemeinsam mit Ante Covic unterstützte René Tretschok in der Rückrunde 2011/12 Otto Rehhagel als Assistenztrainer. Nach seiner anschließenden Rückkehr zur U19 löste Tretschok im November 2012 seinen Vertrag auf.

Motivator an der Seitenlinie: René Tretschok als Trainer von Herthas U19.

Der Kontakt ist seitdem nicht abgerissen, zu den ehemaligen Kollegen der Hertha BSC Fußball-Akademie besteht immer noch regelmäßiger Kontakt und auch mit Herthas Manager Michael Preetz tauscht sich René Tretschok je nach Gelegenheit aus. Vor einigen Wochen standen Tretschok und Preetz für die UEFA im Olympiastadion vor der Kamera. Anlass: das im Sommer 2015 in Herthas 'Wohnzimmer' stattfindende Champions League-Finale. Auf dem Trainingsgelände von Hertha BSC findet ebenfalls regelmäßig die René-Tretschok-Fußballschule statt - der Kontakt nach Berlin ist daher noch immer eng.

Vollzeit für den Straßenfußball


Beruflich hat sich Tretschok umorientiert - weg vom Ergebnisfußball, hin zum Fußball als Kommunikationsmittel, wie er sagt. Für rund 14.000 Teilnehmer organisiert er im Jahr etwa 40 Turniere im Rahmen der Fair Play-Soccertour. "Das ist schon ein Fulltime-Job, macht aber unglaublich viel Spaß", sagt Tretschok. Ziel sei es, den Teilnehmern von sechs jahren an aufwärts, elementare Dinge zu vermitteln. Die Duelle im 'Drei-gegen-drei' finden ohne Schiedsrichter statt, die Spieler zeigen Foulspiele selbst an - Fairness, Verständigung und Respekt stehen ganz oben. Ein bemerkenswertes Projekt, für das Bundespräsident Joachim Gauck sogar die Schirmherrschaft übernommen hat und das bereits mit einer ganzen Reihe von Integrationspreisen ausgezeichnet wurde.

Beim Heimspiel gegen Bayern München wird René Tretschok mit einigen Geschäftspartnern im Olympiastadion zu Gast sein. Bereits am Wochenende steht das Duell zweier seiner ehemaliger Vereine auf dem Programm. "Ich hatte ein tolles Jahr in Köln, der FC ist ein faszinierender Verein. Jörg Schmadtke und Peter Stöger leisten dort sehr gute Arbeit", hat Tretschok positive Erinnerungen an seine Zeit in der Dom-Metropole, ergänzt jedoch: "Ich fühle mich als Herthaner, bin durch und durch blau-weiß und drücke natürlich Jos Luhukay und seinem Team am Samstag die Daumen. Die bisherige Saison der Herthaner schätzt er realistisch ein. "Ich habe selbst gespielt, man braucht Zeit, um so viele Neuzugänge zu intergrieren. Wenn die Verletzten zurückkehren und sich die Mannschaft endgültig eingespielt hat, erwarte ich eine gefestigte Mannschaft und am Ende einen gesicherten Mittelfeldplatz."

(war/City-Press,dpa)

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